Die Rose ist die Königin der Blumen und Sinnbild der Liebe. Bereits in der Antike gebrauchte man Rosen als Wundheilmittel. Die Sorte “ Rosa centifolia „ wurde früher als Nervenmittel und als Tonikum bei Schwächezuständen verwendet. Obwohl Rosenblütenknospen eine Vielzahl kräftiger Wirkstoffe enthalten, werden sie heute fast nur noch in der Parfümerie sowie für kosmetische Zwecke oder zum Verschönern von Teemischungen verwendet.

In diesem Pflanzenportrait geht es um die Scheinfrüchte der Hundsrose, die Hagebutte. Es sind die wunderbaren roten, kugeligen oder ovalen Früchte die aus der Blüte der Rosen entstehen. Besonders wertvoll sind die Hagebutten der Wildrosen und Hundsrosen die fast überall in der Wildnis Europas wachsen. Die Pflanze ist ausgesprochen robust, anspruchslos und kommt mit trockenen Standorten gut klar. Wegen den ungefüllten Blüten sind  sie besonders wertvoll für die Nahrungsaufnahme aller Insekten.  In ihrem Inneren der roten Früchte verbergen sich steinharte Nüsschen, von feinen hellen, steifen Härchen umgeben. Diese Borstenhaare können bei Hautkontakt einen unangenehmen Juckreiz hervorrufen.  Süß und sehr vitaminreich sind Habebutten und schmücken erneut die Rosenbüsche und sind willkommene Nahrung für Mensch und Tier. Arzneilich verwendet werden alte Rosenarten (Rosa centifolia, Rosa gallica, Rosa damascena) oder alle Wildsorten. Hagebutten sollten ausgereift, aber noch hart geerntet werden. Für Teezubereitungen können die ganzen Früchte verwendet werden. Für das Herstellen von Marmelade, Fruchtmus oder Likör muss die Schale von den haarigen Kernen befreit werden. Besonders der Vitamin C- Gehalt macht die Hagebutten zu einem Superfood. 300 bis 3000 mg Vitamin C auf 100 g stecken in der Hagebutte. Somit stärkt die Hagebutte unser Immunsystem. Nicht einmal in der Zitrone steckt so viel Vitamin C wie in der Hagebutte. Es macht einen Unterschied, wie die Frucht zu sich genommen wird. Hagebutten können nach dem Entfernen von Nüsschen und Härchen roh verzehrt werden. In kommerziellen Produkten ist der Gehalt deutlich geringer als in frisch gepflückten Früchten oder in Hagebutten-Pulver. Zu den wertvollen Inhaltsstoffen der Hagebutte gehören auch die Vitamine A, B, E und K. Außerdem stecken viele wertvolle Flavonoide, Mineralstoffe (Kalium, Eisen, Magnesium, Natrium), Pektine und Spurenelemente in der kleinen Powerfrucht. Aber auch Karotinoide, ätherische Öle, Lezithin und Fruchtsäuren sind reichlich in der Hagebutte vorhanden und genau das spielt eine wichtige Rolle bei den heilenden Wirkungen der Hagebutte. Bei dem Krankheitsbild Arthrose hat die Hagebutte einen positiven Effekt. Sie unterstützt den Körper im Aufbau von Kollagen und hemmt gleichzeitig den natürlichen Abbau von Knorpel im Bereich der Hüfte, der Knien, Gelenke und Schultern.

Auch bei Harnwegserkrankungen wird die Hagebutte gerne eingesetzt. Die Fruchtsäuren in der Hagebutte besitzen harntreibende Eigenschaften. Durch die wassertreibende Wirkung werden die Harnwege gut durchspült und  damit von Bakterien und Pilzen befreit. Pektine in der Hagebutte wirken außerdem positiv auf diverse Magen-Darm- Beschwerden. Das

Ein Männlein steht im Walde….

„Männlein dort auf Einem Bein,
Mit seinem rothen Mäntelein
Und seinem schwarzen Käppelein,
Kann nur die Hagebutte sein!“

Volkstümliches Kinderlied von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben aus dem Jahr 1843.